3 von 8 Quellen in diesem Kapitel existierten nicht. Die KI hatte sie erfunden.
Der Autor hatte das Kapitel nicht selbst gegengeprüft, sondern sich beim Abschnitt über Studien zur Schlafqualität auf die KI verlassen, die ihm beim Formulieren geholfen hatte. Das Manuskript ging weiter, und erst zwei Monate später kam der Hinweis des Lektors.
Er öffnete die Quellliste und schlug die erste DOI nach, doch die Seite ließ sich nicht finden. Bei der zweiten dasselbe. Und dann stand die Frage im Raum, die wirklich wehtut: wie viele der übrigen wohl ebenfalls?
Die eine erfundene Studie ist dabei nicht das eigentliche Problem. Schwerer wiegt, dass es kein bequemes Mittel gibt, alle solchen Stellen auf einen Schlag zu finden. Die KI erzeugt Quellenangaben, die täuschend echt aussehen, mit korrekter Struktur, glaubwürdigem Zeitschriften-Namen und plausibler Jahreszahl. Wer nicht jeden Eintrag einzeln nachschlägt, bemerkt die Lücke nicht.
Wer das Manuskript vor der Abgabe systematisch durchgeht, findet die falschen Stellen selbst. Verlässt man sich darauf, dass der Lektor sie entdeckt, verliert man Wochen, manchmal mehr. Im schlechtesten Fall verschiebt der Verlag den Erscheinungstermin, weil das Vertrauen in die Quellen nicht mehr trägt.
Realistisch sind etwa drei Stunden Quellenprüfung pro Kapitel. Wer unter Zeitdruck steht, kürzt gerade diesen Schritt, und das Risiko bleibt unbemerkt im Manuskript stehen.
Deshalb prüfe ich jede Quelle als eigenen Arbeitsschritt, bevor ein Manuskript den Autor verlässt. Jede DOI und jeder Zeitschriften-Nachweis wird nachgeschlagen, nicht bloß überflogen.
Wie stellen Sie vor der Abgabe sicher, dass jede Quelle in Ihrem Kapitel tatsächlich auffindbar ist?
#Sachbuch