Eine Fachbibliothek baut sich einen Ersatz für PubMed, bevor das Geld da ist. Was ist Ihr Plan?
Der Auslöser: Die wichtigste medizinische Datenbank, PubMed, war zeitweise nicht erreichbar, und das Gremium, das ihre Qualität sichert, wurde aufgelöst. Eine große deutsche Fachbibliothek zog daraus eine Konsequenz und begann, eine eigene europäische Alternative aufzubauen. Die Abhängigkeit war ihr zu riskant geworden, um länger zuzusehen.
Eine Institution kann das. Sie hat Juristen, Reserven, Abteilungen, die solche Verschiebungen früh erkennen und darauf reagieren. Wer allein forscht und schreibt, hat davon nichts. Der einzelne Autor sitzt mit denselben Quellen, demselben Browser-Tab, demselben Ordner wie im Vorjahr, und sein nächstes Kapitel hängt daran, dass diese Zugänge morgen noch funktionieren wie heute. Niemand baut ihm eine Alternative.
Vorhersagen kann ich nicht, wann eine Datenbank wieder ausfällt oder ein Gremium still verschwindet. Was ich beim Arbeiten an einem Buch tun kann, ist kleiner und konkreter: jede Quelle so verankern, dass sie prüfbar bleibt, unabhängig davon, über welchen Zugang ich sie einmal gefunden habe. Das ist kein vollständiger Schutz, aber der einzige Puffer, den ein Einzelner realistisch selbst aufbauen kann.
Worauf steht das Fundament Ihres nächsten Buchs, und wann haben Sie das zuletzt überprüft?
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Ich bin Dr. Christof Schürmann und begleite Fachautoren bei quellenbasierten Sachbüchern. Das Thema kommt aus zwei Richtungen: aus Gesprächen mit Autoren, die den Zugriff auf ihr eigenes Werk verloren haben, und aus der Marktlage bei wissenschaftlichen Literaturdatenbanken. Woran ich arbeite: eine Arche für eigene und fremde Quellen, lokal auf dem eigenen Rechner, mit KI befragbar.
#Sachbuch