In einer Redaktion sucht jemand die eine Stelle aus Ihrem Werk, die er zitieren will.
Zu einem Thema, das Sie über Jahre bearbeitet haben, liegt Ihr Schwerpunkt inzwischen woanders. Jetzt sitzt in dieser Redaktion ein Redakteur über Ihren Büchern, Fachartikeln und Transkripten und braucht für seinen Beitrag genau eine Passage von Ihnen.
Er überfliegt den Stapel und greift die erste Stelle, die zum Stichwort passt. Sie liegt zufällig obenauf. Nachfragen muss er dafür nicht, aus einem erschienenen Buch darf man zitieren. Dass Sie genau diese Formulierung längst geschärft haben, weiß er nicht. Ihr Name steht am Ende unter einer Haltung, die Sie heute so nicht mehr vertreten, und Sie erfahren es erst, als es gedruckt ist.
Das beginnt in dem Moment, in dem Sie etwas abgeben: ein Thema an eine Redaktion, eine Zuarbeit für das Buch eines Kollegen, eine Anfrage, die jemand anderes für Sie beantwortet.
Sobald andere mit Ihrem Werk arbeiten, ist die eigentliche Frage nicht, ob sie es tun, sondern mit welcher Stelle. Über diese Auswahl haben Sie ohne Erschließung keinen Einfluss.
Ein lokales Wissensarchiv dreht das um. Sie geben zu einem Thema gezielte, belegte Auszüge frei, jeder verknüpft mit seiner Originalstelle, statt dass ein Fremder im ganzen Bestand auf eigene Faust rät. So arbeitet der Kollege mit der Passage, die Sie ausgewählt haben, und Ihr Name steht unter dem Satz, den Sie heute vertreten.
Wenn morgen jemand für sein Buch aus Ihrem Werk zitiert: Welche Stelle wäre Ihnen die liebste, und woher sollte er wissen, dass es diese ist?
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Ich bin Dr. Christof Schürmann und begleite Fachautoren bei quellenbasierten Sachbüchern. Das Thema kommt aus zwei Richtungen: aus Gesprächen mit Autoren, die den Zugriff auf ihr eigenes Werk verloren haben, und aus der Marktlage bei wissenschaftlichen Literaturdatenbanken. Woran ich arbeite: eine Arche für eigene und fremde Quellen, lokal auf dem eigenen Rechner, mit KI befragbar.
#Sachbuch