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LinkedIn-Beitrag vom 26. August 2026

Dr. Christof Schürmann

1.400 Milligramm Vitamin B6 standen im Kapitel. Die Prüfung sagte weder ja noch nein.

Die Zahl kam aus einer Nährwerttabelle in englischer Notation, dort trennt der Punkt die Nachkommastellen ab. 1.400 sind dort 1,4 Milligramm, und das ist ungefähr der Referenzwert für einen Erwachsenen. Im deutschen Kapitel markiert derselbe Punkt die Tausender.

Eine übliche Prüfung hätte hier abgehakt. Sie vergleicht den Wert im Text mit dem Wert in der Quelle, findet dieselbe Ziffernfolge und meldet Übereinstimmung. Das Ergebnis wäre formal richtig und in der Sache falsch.

Das Prüfsystem, das ich für Manuskripte baue, soll an dieser Stelle etwas Drittes antworten. Den Verdacht kennt es, Milligramm gegen Mikrogramm ist ein Größenordnungssprung. Was ihm fehlt, sind die Referenzwerte der Fachgesellschaften, gegen die sich das entscheiden ließe; seine Quellen sind Fachliteratur, keine Normtabellen. Also soll es nicht entscheiden, sondern die Stelle zurückgeben, mit hoher Priorität und dem Hinweis, woran zu prüfen ist.

Das war eine Entwurfsentscheidung, keine Lücke, die noch zugeht. Ein Prüfsystem, das auf jede Frage antworten muss, liefert Bestätigungen, die es nicht decken kann. Und eine falsche Bestätigung ist schlechter als gar keine, weil danach niemand mehr hinsieht.

Was dann bleibt, ist eine Stelle mit einer Markierung und ein Mensch, der sie prüft. In diesem Fall der Autor, denn auf dem Cover steht sein Name und nicht der einer Prüfroutine.

Woran merken Sie, dass ein Häkchen in Ihrem Manuskript ein Urteil war und keine Übereinstimmung?

#Buchproduktion

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