Ich gab ein Manuskript an zwei KI-Lektorate. Danach lasen es zwei Menschen.
Ein eigener Roman, 26 Kapitel, entstanden mit einer frühen Version der Strecke aus KI-Agenten, mit der ich heute Sachbücher produziere. Vier Korrekturwellen nach Schweregrad, fast zweihundert substanzielle Änderungen in 17 davon. Für mich war der Text geprüft.
Die zwei Beta-Leser meldeten 108 Anmerkungen zurück. Die Lektorate hatten keine davon gefunden.
Drei Beispiele:
- Zwischen zwei Absätzen wurde eine Figur von 29 auf 28 Jahre jünger.
- Eine Anonymisierung war sachlich korrekt und ließ den Satz trotzdem holpern.
- Eine Figur erschien in Kapitel 18, ohne vorher eingeführt worden zu sein.
Die beiden Lektorate hatten Rechtsfehler, Plotlöcher und Sprache geprüft. Ob der Text beim Lesen trägt, bemerkte erst jemand, der ihn wie ein Leser las.
Wer ein Sachbuch aus eigener Autorität schreibt, erlebt das noch deutlicher. Im eigenen Kapitel kommt selten Widerspruch. Das Verlagslektorat prüft Sprache und Aufbau, das Fach meist nicht. Was kein Lektorat markiert, gilt schnell als geprüft.
Heute arbeiten in meinem Workflow Sprachmodelle und deterministische Prüfverfahren parallel, und ich lese mit. Für jede Stelle kann ich benennen, woher sie stammt und wer zuletzt daran gearbeitet hat. Was im Kapitel steht, entscheidet der Autor.
Testen Sie es an einem Kapitel. Legen Sie es jemandem vor, der Ihr Fach nicht teilt und Ihnen nichts schuldet. Zählen Sie die Rückmeldungen und dann jene, die vorher niemand gesehen hatte.
Diese zweite Zahl ist die Gegenstimme, die Ihrem Kapitel fehlte.
Ein Kapitel, an dem niemand etwas beanstandet hat, wurde in den meisten Fällen von niemandem ernsthaft gelesen.
Wer liest Ihr Kapitel, bevor es ins Lektorat geht, und was hat diese Person zuletzt gefunden?
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Ich entwickle mit Fachautoren fachlich belastbare Sachbücher in einer KI-gestützten, durchgehend kuratierten Buchproduktion; bis zum quellengeprüften, lektoratsreifen Manuskript.